Kursübersicht
Beckenboden PHYSIO Pelvica® Ausbildung (AG GGUP)

PHYSIO Pelvica® - Konzept der AG GGUP des ZVK e.V.


Die AG GGUP bietet ein großes Spektrum an Fortbildungen für Physiotherapeuten und Ärzte im Fachgebiet Gynäkologie, Urologie, Proktologie für Frauen, Männer und Kinder an.
Im Zentrum steht die Physio Pelvica Ausbildung.
Vier Module vermitteln ein intensives Fachwissen über Funktionsstörungen im Becken und eine spezielle Diagnostik am Beckenboden. Durch den Prüfungsabschluss erhalten Sie ein bei Ärzten bekanntes und sehr anerkanntes Alleinstellungsmerkmal.


Die Reihenfolge der Teilnahme für unser Physio Pelvica Modulsystem ist für Basiskurs I, Therapiekurs I und Therapiekurs II aufeinander aufbauend festgelegt.
Der Basiskurs II kann nach dem Basiskurs I zu einem beliebigen Zeitpunkt besucht werden. Die Teilnahme an der Abschlussqualifikation ist nur mit allen 4 besuchten Modulen möglich.
Insgesamt empfehlen wir zwischen den Modulen Behandlungserfahrung zu sammeln und bis zur Teilnahme an der Abschlussqualifikation einige Therapieansätze mit Patienten in die Praxis umgesetzt zu haben.



Physio Pelvica: Physiotherapie bei Funktionsstörungen im Becken – Basiskurs I


Background:
Die Beckenbodenmuskulatur in seiner engen Zusammenarbeit mit knöchernen, ligamentären und muskulären Partnern steht im Zentrum des Modulsystems Physio Pelvica.
Die Wechselwirkung mit Organfunktionen macht die Funktionsweise der Muskulatur so interessant. Die Aktivierung der Beckenbodenmuskulatur ist der Ausgangspunkt der Physiotherapie im Becken.


Kursbeschreibung:
Sie lernen die korrekte Kontraktion dieser Muskelgruppe kennen und erarbeiten adäquate Trainingsparameter. Die Funktionalität des Beckenbodens bei verschiedenen Ausgangsstellungen und bei verschiedenen Aktivitäten wird erspürt, reflektiert und in therapeutische Entscheidungen übertragen. Einblicke in die ICF-Klassifikation der WHO und die Grundlagen des „motorischen Lernens“ geben die Richtschnur für das therapeutische Handeln.


Lernziele:
In diesem Kurs werden die Kenntnisse verschiedener Organfunktionen und deren physiologische Zusammenhänge im Becken vertieft und das Wissen über Struktur, Funktion und Aktivierung der Beckenbodenmuskulatur erweitert. Sie lernen außerdem, Abweichungen von der normalen Blasen- und Darmfunktion zu erkennen, zum Beispiel Inkontinenz und Senkungsprobleme, und können geeignete Strategien in Bezug auf die Muskelstrukturen auswählen. Standardisierte Befundverfahren und die Anwendung nicht-apparativer Biofeedbackverfahren erleichtern Ihnen die Überprüfung des Therapiefortschritts und die Dokumentation.


Kursinhalte:


  • Anatomie des Beckenbodens, Funktionelle Anatomie
  • Anatomie Blase, Darm, weibliche/männliche Genitalorgane
  • Isolierte Visualisierung, Aktivierung und Entspannung des Beckenbodens
  • Integration des Beckenbodens in Muskelketten und Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Anwendung von Fragebögen
  • Strategien im Umgang mit Drang
  • Information zu Miktions-Defäkationsverhalten, sowie Trink- und Ernährungsverhalten
  • Unterstützung der kinästhetischen Wahrnehmung
  • Erlernen entlastender Strategien als „Soforthilfe“
  • Hilfsmittelversorgung

Kursvoraussetzung: PhysiotherapeutInnen, ÄrztInnen



Physio Pelvica: Funktionelle Diagnostik am Beckenboden (bei Frauen und Männern), digitale Untersuchung vaginal/anorektal, Biofeedback-/Elektrotherapie – Basiskurs II


Background:
Die genaue physiotherapeutische Diagnostik der Beckenbodenmuskulatur ist eine wichtige Voraussetzung für eine befundorientierte Therapie von Funktionsstörungen im Becken.
Bei der vaginalen und rektalen Untersuchung werden Tonus, Kraft, Ausdauer und Schnellkraft der Beckenbodenmuskulatur beurteilt sowie die Aktivität des Beckenbodens bei funktionellen Aktivitäten wie Husten und Schieben/Pressen. Dies ermöglicht eine individuell angepasste Therapie.


Kursbeschreibung:
Der Kurs besteht aus theoretischen Modulen zur Erarbeitung der vaginalen und rektalen Palpation nach dem PERFECT Schema als auch einer Einführung in Elektrotherapie. Diese wechseln sich mit praktischen Modulen ab, in denen die vaginale und rektale Palpation als auch die Elektrotherapie in Kleingruppen (max. 2-3 Personen) angeleitet wird.
Der Umgang mit der eigenen Intimsphäre und der der anderen Teilnehmer ist Teil des Lernprozesses. Es werden Lernbedingungen geschaffen, die eine Arbeitsweise ohne Scheu und einen offenen, respektvollen Umgang miteinander ermöglichen und auf diese Weise auf den Umgang mit Patienten vorbereitet.


Lernziele:
Sie erlernen spezifische vaginale und anorektale Funktionsdiagnostik, aufbauend auf die allgemeine physiotherapeutische Diagnostik aus Basiskurs 1. Die Dokumentation und die gezielte Therapie unter Funktionskontrolle unterstützen Ihre Arbeit bei Beckenbodendysfunktionen, Senkungsbeschwerden, Schmerzen im Bereich Becken sowie Speicher- und Entleerungsstörungen der Blase/ des Darmes.


Kursinhalte:


  • Anatomie, Pathologie und Diagnostik verschiedener Funktionsstörungen
  • Indikationen und Kontraindikationen der vaginalen und rektalen Untersuchung
  • Hygiene
  • Juristische Lage der internen Palpation durch PhysiotherapeutInnen
  • Praktisches Üben der vaginalen/anorektalen Untersuchung in Kleingruppen (max. 2-3 Personen)
  • Dokumentation der Befunde mithilfe eines standardisierten Dokumentationsschemas
  • Möglichkeiten der geräte-unterstützen Beckenbodentherapie mit Biofeedback- und Elektrotherapie in Theorie und Praxis

Kursvoraussetzung: PhysiotherapeutInnen, ÄrztInnen,
Physio Pelvica Basiskurs I der AG-GGUP
Einverständniserklärung Untersuchung


Anmerkung: Aufgrund der Kursstruktur und den besonderen Bedingungen dieses Kurses ist das Einreichen der folgenden Einverständniserklärung (wird per separat zugesendet) für die Bearbeitung zur Anmeldung des Kurses zwingend erforderlich. Für den festen Kursplatz ist die Rücksendung des Infoschreiben und der Einverständniserklärung Voraussetzung.


Eine Teilnahme unter Schwangerschaft ist nicht möglich.



Physio Pelvica: Physiotherapie bei Funktionsstörungen im Becken – Therapiekurs I


Background:
Geburten und Operationen im gynäkologisch-urologisch-proktologischen Bereich bewirken funktionelle Veränderungen an Beckenstrukturen, die angepasst an die Wundheilungsphasen behandelt werden sollten.


Kursbeschreibung:
Das Seminar vermittelt die Bedeutung der postoperativen, postpartalen Physiotherapie, um Heilungsprozesse zu verbessern, eine schonende Rehabilitation einzuleiten und die Re-Edukation des Zusammenspiels im Becken- und Beckenbodenbereich behutsam zu initiieren.
Es geht dabei um die physiotherapeutische Behandlung in der frühen Rehabilitationsphase von urologischen, proktologischen und anorektalen Operationen bei Frauen und Männern, und die Behandlung nach gynäkologischen, uro-gynäkologischen oder beckenbodenrekonstruierenden Operationen, sowie die Behandlung nach Geburten.
Dieses Wissen wird Sie dabei unterstützen, die Notwendigkeiten einer prä-, postoperativen sowie postpartalen Behandlung im interdisziplinären Kontext und mit Patienten transparent und sachlich diskutieren zu können.


Lernziele:
Sie lernen, PatientInnen mit Beckenbodenfunktionsstörungen in der Klinik- und in der frühen Rehabilitationsphase befundorientiert zu therapieren.


Kursinhalte:


  • Funktionelle Anatomie rund um Blase, Darm und weiblich/männliche Genitalregion
  • Aktuelle Operationen und OP-Techniken im Bereich Gynäkologie, Urologie, Proktologie
  • Aktuelle Entwicklungen in der Geburtsbegleitung
  • Befundorientierte Physiotherapie angepasst an die Wundheilungsphasen
  • Postoperative und postpartale Funktionsstörungen und Pathologien, die physiotherapeutisch behandelt werden

Kursvoraussetzung: PhysiotherapeutInnen,ÄrztInnen
Physio Pelvica Basiskurs I der AG-GGUP



Physio Pelvica: Physiotherapie bei Funktionsstörungen im Becken – Therapiekurs II


Background:
Im Körperabschnitt Becken sind Funktionsstörungen von Blase und Darm, Organpositionen, Schmerzen, oder Probleme in der Sexualität eine therapeutische Herausforderung.
Oft gepaart mit einer psychosomatischen Störung ist der hyperaktive Beckenboden.
Verschiedene Funktionsstörungen der Organsysteme im Becken können allein oder zusammen auftreten.


Kursbeschreibung:
Aufbauend auf standardisierten Befundverfahren werden Therapiestrategien bei Störungen der Blasenfunktion, Darmfunktion und bei Organsenkung erarbeitet.
Die Auswirkung von neurologischen Erkrankungen auf die Organfunktion im Becken wird erläutert und in das Therapiekonzept einbezogen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Therapie des Leitsymptoms Schmerz im Becken.
Durch einen Einblick in die Grundbegriffe der Psychosomatik soll die Sensibilität für Zusammenhänge erweitert werden.
Sexuelle Dysfunktionen begegnen uns in unserem Fachgebiet immer wieder und werden in diesem Kurs dargestellt.
Ergänzende Therapievorschläge, insbesondere Tonusregulationsmöglichkeiten für den Beckenboden und die Arbeit mit dem Therapieball können Ihre Angebote für den subakuten und chronischen Bereich abrunden.


Lernziele:
Sie lernen, verschiedene Störungsbilder im Becken zu erkennen und entsprechend ihrem Defizit zuzuordnen, sowie geeignete Therapiestrategien für die spätere postpartale, postoperative und chronische Phase zu entwickeln. Verschiedene Techniken zur Therapie der hyperaktiven Beckenbodenmuskulatur werden im Kurs erarbeitet.


Kursinhalte:


  • PT bei chronischen Schmerzen im Becken
  • PT bei Funktionsstörungen der Blase
  • PT bei Funktionsstörungen des Darmes
  • PT bei Senkungsproblemen im Becken
  • PT bei sexuellen Dysfunktionen
  • PT bei neurogenen Störungen der Blase und /oder des Darmes
  • Grundbegriffe der Psychosomatik
  • Therapeutische Angebote im dem Therapieball
  • Techniken zur Detonisierung des Beckenbodens
  • Angebote zur Verbesserung der Entleerung der Blase und des Darms
  • Informationen über Hilfsmittel

Kursvoraussetzung: PhysiotherapeutInnen, ÄrztInnen
Physio Pelvica Therapiekurs I der AG-GGUP


Bitte fertigen Sie ein Miktionsprotokoll über 3 Tage über sich selbst an, zur Analyse während des Kurses



Physio Pelvica: Physiotherapie bei Funktionsstörungen im Becken – Abschlussqualifikation


Kursbeschreibung:
In dem eintägigen Seminar haben Sie zunächst die Gelegenheit offene Fragen zu klären. Eine schriftliche Prüfung erfasst sowohl theoretisches Wissen als auch Wissen mit praktischer Relevanz. Ein Input zu einem aktuellen Schwerpunktthema, sowie Werbematerial runden den Tag ab


Lernziele:
Der Abschluss berechtigt zur Verwendung des Titels "Physio Pelvica" und demonstriert TherapeutInnen, ÄrztInnen und Betroffenen die besondere Qualifikation, die immer mehr nachgefragt wird. Der Titel vermittelt darüber hinaus die Identifizierung mit der Therapie und dient zur Abgrenzung gegenüber anderen Anbietern auf dem Markt.


Kursinhalte:


  • Prüfung theoretischen Wissens
  • Prüfung praktischer Kompetenzen
  • Gezielter Austausch
  • Fortbildungseinheit von Referentinnen der AG GGUP.

Kursvoraussetzung: PhysiotherapeutInnen, ÄrztInnen
Nachweis aller 4 Kurse (Basiskurs I, Basiskurs II, Therapiekurs I, Therapiekurs II) aus dem Modulsystem Physio Pelvica der AG-GGUP

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